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Last Modification: 30.09.2010

Abschlusskonferenz Hamburg: Zum Umgang mit Veränderungen an der Küste und im Meer (KONFERENZBERICHT)



CF Abschlusskonferenz in Hamburg, 4. März 2010
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    "Wissenschaftliche Perspektiven

    Zukunft Küste - Coastal Futures:

    Zum Umgang mit Veränderungen an der Küste und im Meer"


    4. März 2010, Handwerkskammer in Hamburg



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    Vorträge der Veranstaltung:
    Einführungsvortrag (Wilhelm Windhorst)
    Kumulative Effekte anthropogener Nutzungen in der Nordsee: Methodische Grundlagen und Konsequenzen für Seevögel (Stefan Garthe & Bettina Mendel)
    Auswirkungen von Windfeldänderungen durch Offshore-Windparks auf das marine Umfeld (Hermann Lenhart & Petra Nerge)
    Von Offshore Windparks zu Ecosystem Services: Integrative Ökosystemanalyse (Benjamin Burkhard; Malte Busch; Wilhelm Windhorst)
    Sicht des Meeres – Sicht der Offshore-Windkraft: Kulturelle Ecosystem Services als Bewertungsrahmen (Kira Gee)
    Offshore-Windkraft im Kontext des systemischen Risikodiskurses (Marcus Lange; Benjamin Burkhard; Kira Gee)
    Schlussfolgerungen für den Umgang mit Veränderungen im Küsten- und Meeresraum (Andreas Kannen)



    Forschung für die Küste und das Meer

    Das Forschungsprojekt Zukunft Küste – Coastal Futures hat über den Zeitraum von sechs Jahren Werkzeuge und Methoden für die Analyse von Veränderungen im Bereich der Küste und des Meeres entwickelt. Im Fokus steht der großräumige Aufbau der Offshore-Windkraft in der deutschen Nordsee. Das Ergebnis ist ein Gesamtansatz, der die Chancen und Risiken der neuen Nutzung abschätzbar macht und Empfehlungen für die Zukunft gibt. Am 4. März 2010 stellten die Mitarbeiter des Verbundes auf ihrer Abschlusskonferenz in Hamburg die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vor.

    Offshore-Windkraft offenbart Chancen und Risiken

    Im Fokus der Analysen standen dabei weniger die Effekte einzelner Offshore-Windparks, sondern vielmehr die Auswirkungen aller geplanten Parks. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis 2030 Windparks mit einer Leistung von bis zu 25.000 MW in den bestehenden Nutzungsmix der Nordsee integriert werden. Dabei wurden zahlreiche Risiken aber auch Chancen herausgestellt. Zu den Risiken gehören Auswirkungen auf die Meeresumwelt. Das Kollisionsrisiko und die Barrierewirkungen für See- und Zugvögel sind zwei Faktoren, die nach den Erkenntnissen der Projektstudien für Beeinträchtigungen sorgen werden. Aber auch Veränderungen im sozialen Bereich, wie die Störung der Landschaftsästhetik, stellen Problemfelder dar. Sie entscheiden über Akzeptanz oder Ablehnung der Offshore-Windkraft. Chancen wurden im Bereich regionaler Beschäftigungseffekte ermittelt. Nach den Ergebnissen einer Input-Output-Analyse ist davon auszugehen, dass es zu einer Zunahme von Beschäftigung kommen wird, wenn es Entscheidungsträgern gelingt, die notwendigen Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Betrieben für die Offshore-Windkraft zu schaffen. Nicht zuletzt kann die Offshore-Windkraft einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

    Forschungsansatz und Ergebnisse

    Um die Gesamtauswirkungen der Offshore-Windkraft abzuschätzen, bedienten sich die Mitarbeiter Methoden und Ansätzen der ökologischen, sozialwissenschaftliche und ökonomischen Forschung. Dazu gehörten u. a. der DPSIR- und der Ecosystem Services Ansatz, jeweils Strukturierungshilfen für die Verknüpfung von Einzelergebnissen. In den ökologischen Teilstudien wurden Effekte von Offshore-Windkraftanlagen sowohl im Meer als auch über dem Meer untersucht und die Einzelergebnisse zu einer ökologischen Gesamtbewertung zusammengeführt. So konnten beispielsweise durch Windanlagen veränderte Windfelder modelliert und daraus entstehende Veränderungen in der Schichtung des Meeres angezeigt werden, was zu Veränderungen biologischer Prozesse führen könnte. Die sozialwissenschaftlichen Analysen thematisierten die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Offshore-Windparks. Das Ergebnis ist, dass Fragen der Akzeptanz und über Ablehnung durch persönliche Wertvorstellungen, insbesondere zur Landschaftsästhetik, und Vorstellungen von der Küste und dem Meer beantwortet werden. Dabei wägt die Bevölkerung ganz bewusst zwischen Chancen und Risiken ab.

    Gesellschaftsperspektive und neue Steuerungsformen

    Insgesamt - so eine Schlussfolgerung des Projekts - müssen angesichts der heutigen Vielfalt menschlicher Aktivitäten im Meer, die kumulativen Auswirkungen vieler Raumnutzungen wesentlich stärker und früher in die Planungen miteinbezogen werden. So zeigen biologische Analysen aus Coastal Futures, dass Schifffahrtsrouten und Windparks zusammen betrachtet zu einem beträchtlichen Verlust an Lebensraum für bestimmte Seevogelarten, wie z.B. Seetaucher, führen können. Ebenso führt die Anzahl an Nutzungen dazu, dass das Meer von manchen Menschen zunehmend als Industrieraum und weniger als Naturraum empfunden wird. Werte von Bevölkerungen sollten daher in Entscheidungsverfahren integriert und Entscheidungen transparent gemacht werden. Das Fallbeispiel lässt sich nach den Erfahrungen des Projekts auch auf andere Themen und Räume anwenden.

    Herausforderungen zukünftiger Meeresnutzung, Probleme zukünftiger Meeresstrategien und Erwartungen an die Wissenschaft

    Durch die Veranstaltung führte Prof. Franciscus Colijn (Direktor am Institut für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht und FTZ Westküste Büsum). In der anschließenden von ihm moderierten Podiumsdiskussion diskutierten Wulf Hülsmann (Raumbezogene Umweltplanung, Umweltbundesamt), Dr. Nico Nolte (Bereich Raumordnung, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie), Heinz Glindemann (Bereich Tideelbe und Hydrologie, Hamburg Port Authority) und Prof. Alexander Proelss (Seerechtsprofessor am Walther-Schücking-Institut für internationales Recht der Universität Kiel) über die Auswirkungen der Offshore-Windkraft, zukünftige Herausforderungen an die Wissenschaft und ein Management der Küsten.

    Dabei wurde von den Diskutanten die Rolle der Wissenschaft als Bereitsteller von Informationen betont. Vielfältige Nutzungen im Küsten- und Meeresraum und sich neu entwickelnde Probleme, wie etwa der Klimawandel, erforderten ausgewogene politische Entscheidungen und vorausschauende Planung. Die wissenschaftliche Expertise müsse dafür die Grundlage liefern. Zur Erfassung neuer Probleme sollten Methoden gehören, die kumulative Wirkungen zwischen Ökosystem und Nutzungen aber auch Wirkungen im grenzüberschreitenden Kontext erfassen können. Erst so könnten sektorübergreifende Entscheidungen möglich gemacht werden. Integriertes Küstenzonenmanagement als informelles Instrument mit dem Ziel solche Entscheidungen zu erzielen, kann hier als eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Planungsinstrumenten dienen.

    Das Thema grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Bezug auf Meeresnutzungen aber auch auf die Umsetzung von EU-Richtlinien wurde ebenfalls diskutiert. Beispielsweise im Bereich der Offshore-Windenergie fände Beteiligung im grenzüberschreitenden Kontext statt und sei sogar Teil des Genehmigungsverfahrens. In Bezug auf EU-Richtlinien wünschten sich die Teilnehmer die Möglichkeit, diese an die speziellen Erfordernisse des Raumes anzupassen. Bewertungskriterien könnten hier ein mögliches Mittel zum Zweck sein. Wissenschaftliche Untersuchungen sollten an die konkreten Problemstellungen der Politik angepasst sein. Hierzu müsse Wissenschaft und Politik einen kontinuierlichen Dialog pflegen. Wissenschaft sollte sich aber nicht nur in den politischen Dialog einschalten sondern wissenschaftliche Ergebnisse verständlich aufbereiten, um so den gesellschaftlichen Dialog zu unterstützen.
    Mehr zur Konferenz im Deutschlandradio und im RTL-Fernsehen unter:
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1138185/
    und
    http://www.rtlregional.de/player.php?id=9860


    Zum Download
    der Veranstaltungs-
    Fotos als ZIP-File:

    Klicken Sie hier für Teil 1
    Klicken Sie hier für Teil 2


    ProjektmitarbeiterInnen Coastal Futures
    Der Forschungsverbund setzt sich aus Wissenschaftlern unterschiedlicher Forschungseinrichtungen zusammen. Dazu zählen das Ökologie-Zentrum (ÖZK) der Universität Kiel, das Forschungs- und Technologiezentrum (FTZ) Westküste in Büsum und das Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften (ZMAW). Koordiniert wird das Projekt vom GKSS-Forschungszentrum Geesthacht.


    ProjektmitarbeiterInnen

    1 Kai Ahrendt, Büro für Umwelt und Küste
    2 Malte Busch, GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
    3 Christiane Eschenbach, Ökologie-Zentrum der Universität Kiel
    4 Stefan Garthe, FTZ Westküste Büsum
    5 Kira Gee , GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
    6 Andreas Kannen, GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
    7 Marcus Lange, GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
    8 Hermann Lenhart, ZMAW Hamburg
    9 Bettina Mendel, FTZ Westküste Büsum
    10 Matthis Münte, GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
    11 Petra Nerge, ZMAW Hamburg
    12 Silvia Opitz, IFM-GEOMAR, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften
    13 Nico Stelljes, GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
    14 Wilhelm Windhorst, Ökologie-Zentrum der Universität Kiel


    Zu den Seiten der Mitarbeiter des
    Coastal Futures Projektteams


    DSC03039.jpg DSC03078.jpg DSC03084.jpg DSC03090.jpg DSC03111.jpg DSC03114.jpg DSC03125.jpg DSC03091.jpg

    Fotos: Nico Stelljes



Glossary Terms
Ecosystem Services
integriert
Offshore-Windparks
Contents
Part_1.zip (Alt+V)
Part_1.zip
(69,33 MB)
Part_2.zip (Alt+U)
Part_2.zip
(98,17 MB)
Teilnhemerliste.pdf (Alt+Q)
Teilnhemerliste.pdf
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